Der ASICS Novablast 6 ist ein neutraler Straßenschuh für Läuferinnen und Läufer, die im Alltag mehr Rückfederung als bloße Weichheit wollen. In diesem Artikel ordne ich ein, was das Modell im Training tatsächlich leistet, wie sich die neue Version von den Vorgängern unterscheidet und für welche Einsätze sie sich in der Praxis eignet. Außerdem zeige ich, wann der Schuh für Athleten aus dem Handball- und Leistungssportumfeld sinnvoll ist und wann ich lieber zu einer anderen Option greife.
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick
- Der Schuh ist ein neutraler Daily Trainer mit klarer Tendenz zu einem lebendigen, federnden Laufgefühl.
- Die neue Version setzt auf FF BLAST MAX, einen FF TURBO SQUARED Vorfuß-Pod und ASICSGRIP für mehr Abdruck und Traktion.
- Mit 8 mm Sprengung und etwa 253 g in Herrengröße US 9 bleibt er vielseitig, ohne schwer zu wirken.
- Preislich liegt er aktuell bei 160 Euro und damit im mittleren Segment moderner Trainingsschuhe.
- Am stärksten ist er bei lockeren Läufen, längeren Einheiten und moderaten Tempoblöcken.
- Für starke Stabilitätsbedürfnisse, Hallentraining oder sehr direkte Rennschuheinsätze ist er nicht die beste Wahl.
Was der Novablast 6 im Training wirklich ist
Für mich ist der ASICS Novablast 6 ein neutraler Daily Trainer mit klarer Tendenz zu einem lebendigen Laufgefühl. Er soll nicht einfach nur dämpfen, sondern beim Abdruck Energie zurückgeben, ohne in Richtung harter Performance-Schuh zu kippen. Mit 8 mm Sprengung, etwa 253 g in Herrengröße US 9 und einem Preis von aktuell 160 Euro in Deutschland liegt er genau in der Zone, in der viele Läufer einen vielseitigen Straßenschuh suchen.
Das macht ihn interessant für lockere Dauerläufe, ruhigere Tempoblöcke und längere Einheiten, bei denen die Beine nicht völlig zugedeckt werden sollen. Für Athleten aus dem Handballumfeld ist das vor allem als Ergänzung sinnvoll: als Schuh für den Asphaltlauf, nicht als Ersatz für den Hallenschuh. Neutral heißt hier auch neutral: Der Schuh führt den Fuß nicht stark, sondern setzt auf Dämpfung, Geometrie und Vortrieb statt auf Stabilitätshilfen.
Genau an diesem Punkt wird die sechste Generation spannend, denn die neue Bauweise zielt stärker auf Rückfederung und Grip. Damit sind wir bei den technischen Änderungen, die den Charakter des Modells prägen.
Welche Neuerungen die sechste Generation bringt
Die aktuelle Version setzt vor allem auf drei Bausteine. Erstens auf FF BLAST MAX als weiche, reaktive Zwischensohle. Zweitens auf einen FF TURBO SQUARED „Trampoline Pod“ im Vorfuß, also ein gezielt arbeitendes Element, das den Abdruck federnder wirken lässt. Drittens auf ASICSGRIP im Vorfußbereich, damit die Traktion beim Abrollen und beim Push-off verlässlicher bleibt.
Wichtig ist mir dabei die Einordnung: Das ist kein Marketing-Feuerwerk, sondern eine ziemlich klare technische Richtung. FF BLAST MAX soll die Landung angenehmer machen, der Trampoline-Pod gibt dem Schuh den lebhaften Charakter, und die neue Außensohle stabilisiert das Ganze auf nassem oder glattem Asphalt besser als frühere, rein auf Komfort ausgelegte Varianten.
Dazu kommt ein überarbeitetes, leichtes Knit-Obermaterial. Knit ist ein gestricktes Obermaterial, das sich etwas flexibler an den Fuß anpasst als ein klassisches, dichtes Mesh. In der Praxis bedeutet das meist mehr Komfort im Oberfuß und eine etwas natürlichere Passform, solange man die Größe sauber trifft. Von hier aus ist der Schritt zum tatsächlichen Laufgefühl nicht mehr groß.
Wie er sich auf der Straße anfühlt
Ich würde den Schuh als „bouncy, aber nicht nervös“ beschreiben. Das ist ein wichtiger Unterschied: Manche Laufschuhe wollen dich aggressiv nach vorne schieben, andere wirken nur weich. Der Novablast 6 versucht den Mittelweg. Er bleibt freundlich für entspannte Kilometer, hat aber genug Rückfederung, damit Tempowechsel nicht zäh wirken.
Für lockere Läufe ist das angenehm, weil der Schuh nicht tot unter dem Fuß liegt. Für längere Dauerläufe ist es sogar oft der größere Vorteil: Die Dämpfung bleibt präsent, ohne den Abdruck zu verschlucken. Bei moderaten Tempoblöcken oder Fahrtspielen profitiert man davon, dass der Schuh nicht platt und schwer wirkt. Ich würde ihn deshalb eher als vielseitigen Trainingspartner sehen als als Spezialist für eine einzige Pace.
Grenzen gibt es trotzdem. Wenn du maximale Stabilität suchst, sehr kontrolliertes Abrollen brauchst oder ein sehr direktes Renngefühl bevorzugst, wird dir der Novablast 6 vermutlich zu weich oder zu frei vorkommen. Genau deshalb lohnt sich der Blick darauf, für wen dieser Laufschuh wirklich gebaut ist.
Für wen er passt und für wen nicht
Am besten funktioniert der Schuh für Läuferinnen und Läufer, die einen neutralen Straßenschuh mit viel Dynamik suchen. Ich sehe ihn vor allem bei Menschen, die regelmäßig trainieren, aber nicht jede Einheit in einem reinen Wettkampfschuh laufen wollen. Auch im Leistungssportumfeld kann er sinnvoll sein, wenn das Ziel ein robuster, angenehmer Trainingsschuh für zusätzliche Laufarbeit ist.
Gut passt er, wenn du:
- einen leichten bis mittelstarken Dämpfungsgrad möchtest, der trotzdem lebendig bleibt,
- lange Einheiten auf Asphalt oder befestigten Wegen läufst,
- ein tägliches Arbeitstier für den Rotationsschrank suchst,
- einen Schuh für lockere Läufe, steady runs und moderate Tempoabschnitte brauchst,
- ein neutrales Modell bevorzugst, das nicht stark korrigiert.
Weniger passend ist er, wenn du stark pronierst und eine klare Führung im Mittelfuß brauchst, wenn du im Training sehr feste, direkte Bodenrückmeldung bevorzugst oder wenn du hauptsächlich in der Halle läufst. Für Handball gilt das besonders: Der Schuh kann die Laufbasis verbessern, aber er ersetzt keinen Hallenschuh mit passender Sohle und seitlicher Stabilität. Als Nächstes lohnt sich deshalb der Vergleich mit den anderen ASICS-Optionen, weil dort die Unterschiede im Alltag schnell sichtbar werden.
Wie er sich gegen Nimbus, Kayano und Superblast schlägt
Wenn man den Novablast 6 sauber einordnet, wird er am deutlichsten im Vergleich zu drei anderen Modellen. Ich würde ihn dabei als den verspielteren, flexibleren Alltagsschuh sehen. Die Tabelle hilft bei der Entscheidung, wobei die Preise je nach Farbe und Aktion leicht schwanken können.
| Modell | Charakter | Aktuelles Preisniveau | Wofür ich ihn nehmen würde |
|---|---|---|---|
| Novablast 6 | Neutral, bouncy, vielseitig | 160 € | Alltagstraining, längere lockere Läufe, moderate Tempoblöcke |
| GEL-Nimbus 28 | Sehr weich, komfortorientiert | 200 € | Regeneration, ruhige Kilometer, maximal sanftes Laufgefühl |
| GEL-Kayano 33 | Stabiler, strukturierter, stärker führend | 200 € | Wenn du Unterstützung und mehr Führung im Laufstil brauchst |
| Superblast 2 | Hochwertiger, noch sportlicher, deutlich premium | 220 € | Schnellere lange Läufe, anspruchsvollere Trainingseinheiten, höheres Budget |
Die einfache Entscheidung lautet für mich so: Willst du mehr Lebendigkeit als beim Nimbus, aber keinen stabilen Führungs-Schuh wie den Kayano, dann landest du beim Novablast 6 ziemlich logisch in der Mitte. Willst du noch mehr Performance und bist bereit, mehr zu zahlen, wird der Superblast 2 interessant. Danach stellt sich die nächste praktische Frage: Wie kauft man das Modell in Deutschland sinnvoll und ohne Fehlgriff?
Worauf ich beim Kauf in Deutschland achten würde
Aktuell liegt der Schuh in Deutschland bei 160 Euro, also nicht im Billigsegment, aber auch nicht in der obersten Premiumklasse. Das ist für einen modernen Daily Trainer mit dieser Dämpfungs- und Rebound-Ausrichtung plausibel. Ich würde den Preis vor allem gegen den Einsatzzweck halten: Wer drei bis fünf Läufe pro Woche damit absolviert, verteilt die Investition deutlich besser als jemand, der den Schuh nur für gelegentliche Joggingrunden nutzt.
Beim Bestellen achte ich auf drei Punkte. Erstens auf die exakte Versionsbezeichnung, weil ältere Novablast-Modelle im Handel noch auftauchen. Zweitens auf die Passform in der Standardbreite, denn das überarbeitete Obermaterial soll den Fuß angenehm aufnehmen, ohne zu locker zu werden. Drittens auf die Frage, wofür du den Schuh wirklich willst: Asphalt, Laufband und befestigte Wege passen, matschige Trails oder Hallenboden eher nicht.
Wenn du zwischen zwei Größen liegst, würde ich die größere Option nur dann nehmen, wenn der Vorfuß sonst spürbar gedrückt wird. Der Schuh soll sicher sitzen, aber nicht einengen. Gerade bei einem federnden Modell fällt eine saubere Passform stärker auf als bei einem trägeren Komfortschuh. Die letzte Entscheidung ist deshalb weniger eine reine Preisfrage als eine Frage des Trainingsalltags.
So setze ich ihn im Wochenplan ein
In einer normalen Laufwoche würde ich den Schuh vor allem an drei Stellen einsetzen: für lockere Dauerläufe, für längere Grundlagenarbeit und für kontrollierte Tempoteile im aeroben Bereich. Genau dort spielt die Mischung aus Dämpfung und Rückfederung ihre Stärken aus. Für Athletinnen und Athleten im Leistungssport kann er außerdem ein sinnvoller Zusatzschuh sein, wenn neben dem eigentlichen Teamsport noch saubere Laufarbeit auf dem Plan steht.
- Lockerer Lauf nach einem intensiven Training: angenehm, weil der Schuh weich genug bleibt, ohne in Müdigkeit zu kippen.
- Mittellanger Dauerlauf: starkes Einsatzfeld, weil der Rebound über die Distanz hilft, das Laufgefühl frisch zu halten.
- Fahrtspiel oder Steigerungen: sinnvoll, solange du keinen reinen Racer erwartest.
- Regeneration auf Asphalt: gut, wenn du etwas mehr Dämpfung willst als bei einem flachen, direkten Trainer.
Ich würde ihn nicht als einzigen Schuh für alles kaufen, wenn du sehr strukturiert trainierst. In einer Rotation macht er mehr Sinn: als dynamischer Allrounder zwischen einem weicheren Komfortschuh und einem direkteren Temposchuh. Genau so entfaltet die sechste Novablast-Generation ihren größten Nutzen, und genau deshalb ist sie 2026 für viele Läufer eine der interessanteren ASICS-Optionen.
